Am vergangenen Samstag reisten die Igels zum Auswärtsspiel gegen den FC Avalanche Rennsteig. Das die Gäste deutlich besser spielen als es die Ligaposition, der vorletzte Tabellenplatz, zeigt war dabei von Beginn an allen Dresdnern klar. Gerade das knappe Hinspiel war ein eindeutiger Fingerzeig, das Spiel keinesfalls auf die leichte Schulter zu nehmen. Trainer Jens Schütze standen für diese Aufgabe jedoch nur zweieinhalb Reihen zur Verfügung. Torhüter Georg Jahn, welcher aktuell mit Rippenbruch ausfällt, wurde von Neuzugang Jannis Michaelis ersetzt.

Und als hätte man es prophezeit, starteten die Igels ohne wirklichen Druck ins Spiel. Ballbesitz war durchaus gegeben, aber insbesondere im Angriffsdrittel brachten die Gäste kaum Druck in ihre Aktionen. Bezeichnend dann das erste Tor des Tages durch die Rennsteiger. In eigener Überzahl erhielten die Igels einen Freischlag in der gegnerischen Hälfte, doch der Ball landete unkonzentriert beim Gegner und der ließ sich nicht zweimal bitten. Die Dresdner spielten schlicht zu kompliziert, Rennsteig dagegen schnell im Konter und klar in den Aktionen. Der 2:0 Pausenstand war durchaus gerechtfertigt und ließ einige Sorgenfalten aufkommen.

Eine unnötige Unterzahl zu Beginn des zweiten Abschnitts überstanden die Dresdner mit Müh und Not, nur um zwei Sekunden später doch das 3:0 zu kassieren. Doch dann folgte – endlich – das erlösende Erwachen und die Igels kämpften sich aus der Lawine. Insbesondere die Umstellung auf drei Sturmblöcke zeigte Wirkung, sodass Teßmann, Hulič und Krzenciessa binnen sechs Minuten auf 3:3 ausgleichen konnten. Erneut Teßmann in Überzahl und Schäfer mit einer Energieleistung 10 Sekunden vor Drittelende erhöhten auf ein zufriedenstellendes 3:5.

Die Marschroute war also klar: Konzentriert, mit Druck weiterspielen und nicht in alte Muster aus dem ersten Drittel verfallen. Offensiv zeigten sich die Igels spielfreudig, doch insbesondere in der Defensive kam ein ums andere mal der Schlendrian zum Vorschein. Michaelis, inzwischen ordentlich warmgeschossen, steigerte sich aber über die gesamte Spieldauer und entschärfte in den kritischen Phasen gefährliche Konter souverän. Jeden Anschluss der Rennsteiger wussten die Igels zum richtigen Zeitpunkt zu kontern. Als die Gäste schlussendlich alles auf eine Karte setzten und den Torhüter gegen einen weiteren Feldspieler eintauschten, fackelten die Igels nicht lang und trafen in Person von N. Kunath zum 5:8 Endstand.

Durch den gleichzeitigen Sieg der Saalebiber Halle gegen den SC DhfK erklimmen die Igels dank des besseren Torverhältnisses erneut die Tabellenspitze. Platz 3 liegt jedoch nur einen Punkt entfernt. Das Saisonende verspricht also Spannung pur – und jeder Ausrutscher kann teuer werden. Die nächste schwere Prüfung wartet am 23.02.2020, wenn die Spielgemeinschaft Donaufloorball in Dresden zu Gast ist.