Nach dem Sieg am Vortag bei dem SCS Berlin mit 5:6 ging es am Sonntag für unsere „Igels-Männer“ in ein Heimspiel gegen den FC Rennsteig Avalanche e.V. Das Hinspiel in Rennsteig wurde erst im letzten Drittel aus der Hand gegeben, somit wusste unsere erste Herrenmannschaft, dass es ein hartes Stück Arbeit werden würde, um gegen diesen Gegner zu bestehen. Trainer Jens Schütze startete mit drei Reihen und der taktischen Aufgabe, den Gegner bei 70% des Feldes zu attackieren. Bei Ballgewinn sollte zunächst der sichere Aufbau fokussiert werden, um so Sicherheit im eigenen Spiel zu gewinnen. Dies gelang den Igels ein ums andere Mal ganz gut, jedoch war der Gegner durch seine schnellen und überfallartigen Konter zu jederzeit brandgefährlich. Es gestaltete sich ein offener Schlagabtausch, in dem die Zuschauer viele Chancen auf beiden Seiten sahen. Nach einer Viertelstunde war es dann soweit, Neuzugang Gabriel Bonifacio erlöste die Fans nach einem schönen Sololauf mit einem sehenswerten Schlenzschuss von außen. Die Gäste waren nun energischer in ihrem Bestreben ein Tor zu erzielen und kombinierten sich mehrmals vor den Kasten der Dresdner. In dieser kurzen Druckphase konnten die Rennsteiger zwei Treffer erzielen und so das Spiel drehen. Als sich alle schon auf den Pausentee eingestellt hatten, kamen die Igels noch einmal mit einem zügig vorgetragenen Konter. Til Robert Franke legte den Ball zum völlig frei stehenden Bruno Haltenorth, der mit der Schlusssirene des ersten Drittels zum 2:2-Ausgleich traf.

Das zweite Drittel sollte ein Wechselbad der Gefühle und einen Schlagabtausch, den kaum eine andere Ballsportart zu bieten hat, bereithalten. Es begann rasant: Nach nur 58 Sekunden gingen die Gäste aus Rennsteig, nach einem Ballverlust im Spielaufbau, in Führung. Es schlichen sich Unkonzentriertheit und technische Fehler im Spiel der Igels ein. Rennsteig nutzte diese eiskalt aus und verbuchte in einer Überzahl den vierten und wenig später den fünften Treffer – 2:5 für Rennsteig! Doch jetzt waren die Igels dran und begannen ihrerseits Druck aufzubauen.Sie fuhren einen Konter nach dem anderen und so war es der (endlich) treffsichere Bruno Haltenorth, der wieder auf Vorlage seines Sturmpartners Til Franke zum 3:5 traf. Ein Penalty durch Vincent Bonifacio und ein Fernschuss von Robert Rüdrich bescherten den verdienten Ausgleich 5:5. Die Dresdner spielten nun aggressiv sowie zielstrebig nach vorn und versuchten den Gegner möglichst früh zu attackieren. Doch die Gäste wussten sich in dieser Phase zu helfen und beschränkten sich auf ihre Konterstärke sowie Schüsse aus der zweiten Reihe. So war es ein Fernschuss, der vom Dresdner Torhüter nicht festgehalten werden konnte und den Gästen quasi vor die Füße sprang. Nur wenige Augenblicke später gelang den Gästen nach einer schönen Passstafette von drei bis vier Pässen über das komplette Spielfeld die 5:7-Führung. Die Heimmannschaft war in dieser Phase weiterhin bemüht, ihr eigenes Spiel aufzuziehen und eine ihrer zahlreichen Chancen in Zählbares umzumünzen. Doch es kam wie es kommen musste – eine vergebene Chance vorn und hinten klingelt´s. 5:8 – wieder drei Tore Rückstand. Die Schlussminuten des Drittels wurden turbulent: Nach einer Zeitstrafe gegen die Gäste hielt die Powerplayreihe um die Bonifacio-Brüder lange den Ball und suchte die Lücke. Schließlich konnte Markus „der Kurze“ Schäfer den Ball im Getümmel über die Line stochern – 6:8. Die Rennsteiger sahen einen Regelverstoß; unser Spieler soll im Schutzraum des Torhüters den Ball gespielt und sich so einen Vorteil verschafft haben. Die Schiedsrichter sahen dies nicht so und waren aufgrund der vehementen und argen Kritik an ihrer Entscheidung gezwungen, eine zweiminütige Zeitstrafe wegen Reklamieren gegen die Gäste auszusprechen. Der betroffene Spieler, Tomas Koldinsky, konnte sich weiterhin nicht beruhigen und somit folgte eine zehnminütige Auszeit auf der Strafbank für den Spieler. Die folgende Überzahl konnte Vincent Bonifacio eine Sekunde vor dem Ende des Drittels zum viel umjubelten 7:8-Anschlusstreffer nutzen. Die Spieler waren angestachelt für das letzte Drittel. Nicht nur der Anschlusstreffer, sondern auch die Kabinenansprache des Trainers und einiger Spieler sorgten dafür.

Die Igels begannen das letzte Drittel, wie von Jens Schütze gefordert, konzentriert und mit ganz viel Willen sowie Überzeugung das Spiel zu gewinnen. Die Dresdner bauten sofort Druck auf den Ball führenden auf. Wenn der Ball gewonnen wurde, ging es mit einigen schnellen Kombinationen zielstrebig nach vorne. Besonders die neu formierte dritte Reihe mit den Bonifacio-Brüdern und den Neuzugängen Horky und Macek war in dieser Phase des Spiels fast unaufhaltsam für den Gegner. So war es Miroslav Horky, der nach einem tollen Solo von Gabriel Bonifacio nur noch vor dem leeren Tor zum 8:8 einschieben brauchte. Nur wenige Sekunden später traf auch Daniel Macek in seinem ersten Heimspiel für die Igels. Anschließend waren die Gäste um eine Antwort bemüht, doch die Dresdner wussten es geschickt, die Führung zu verteidigen. Nach einem Pfostentreffer der Gäste in der elften Spielminute war es erneut Macek, der den folgenden Konter erfolgreich abschließen und die Führung auf zwei Tore ausbauen konnte. Jetzt spielten sich die Igels in einen wahren Rausch, der Gegner aus Rennsteig lief gegen eine sichere Defensive an und bekam im direkten Konter einen Abschluss aufs Tor. Binnen drei Minuten bauten die Igels die Führung auf 13:8 aus und konnten endlich die zahlreichen Chancen nutzen. Den Schlusspunkt setzte Til Robert Franke, der nach einem Querpass in aller Ruhe noch den Torhüter verlud und wunderschön unter die Querlatte einnetzte.

Es war das letzte Tor in diesem atemberaubenden Spiel. Miteiner geschlossenen und überzeugenden Mannschaftsleistung fuhren die Igels Dresden an diesem Tag auch die Punkte vier, fünf und sechs an nur einem Wochenende ein. Eben ein „Super 6-Punkte-Wochenende“.

Der beste Spieler auf Seiten der Igels war Gabriel   Bonifacio, der mit drei Toren und vier Vorlagen dem Spiel seinen Stempel aufgedrückt hatte. Mit den gewonnenen sechs Punkten rücken die Igels auf den sechsten Tabellenplatz vor und sind dem Ziel „Tabellenmittelfeld“ ein Stück näher gekommen. Doch nun gilt es die positiven Erfahrungen und Emotionen mit in die kommenden Spiele zu nehmen, denn die direkte Konkurrenz wird die nächsten Punkte nicht einfach herschenken.

„Winterschlaf war gestern, nur Punkte zählen“ heißt es auch im nächsten Heimspiel. Das ist bereits am 20.01.2019 um 16 Uhr in der Turnhalle der 121. Oberschule Dresden. Der Gegner ist der FC Stern München. Das Hinspiel wurde mit 9:6 verloren. Es ist somit Zeit für eine Revanche wie gegen Avalanche.

Unihockey Igels Dresden – FC Rennsteig Avalanche 14:8 (2.2; 5:6; 7:0)