Aller Anfang ist schwer – Der Beginn im Dresdner Schulsportverein

vereinsgeschicht_01Im Jahre 1996 fand die erste Begegnung mit der Sportart Unihockey statt. Es waren vor allem die beiden Sportlehrer Falk Freyboth und Andrea Mothes, welche die junge Sportart propagierten. So wurde in der 128. Mittelschule in Dresden Unihockey im Sportunterricht gespielt und auch als AG angeboten. Infolge dessen konnte ein kleines Team formiert werden, welches im April 1997 am offenen Schulturnier in Weißenfels erste Wettkampferfahrung sammeln konnte. 1998 wurde die Teilnahme an dem Turnier erfolgreich wiederholt.
Im selben Jahre folgte die Aufnahme der Sportart Unihockey in den Bundeswettbewerb Jugend trainiert für Olympia, welcher mit dem Landesfinale am 15.10.1998 seinen ersten Höhepunkt in der damaligen Mehrzweckhalle Bodenbacher Straße in Dresden fand.
Die Trainingsgruppe in der 128. Mittelschule wuchs immer weiter, was der Anlass zur Gründung der Abteilung Unihockey im Dresdner Schulsportverein e.V. am 01.01.1999 war. Insgesamt 16 Mitglieder zählte die neue Abteilung. Bereits im Mai trug die Trainingsarbeit erste Früchte. Insgesamt 7 Spieler wurden in die sächsische Auswahlmannschaft berufen. (Kay Schönherr, Marcel Schulze, Dirk Möbius, Uwe Wolf, Ronny Wiedermann, Jan Wennrich und Markus Kaden)
Die erste Teilnahme am regelmäßigen Spielbetrieb erfolgte im September 1999. Dresden stellte ein Team in der Mitteldeutschen Jugendliga Kleinfeld. Auch im Damenbereich ging es stetig bergauf. Nach der Teilnahme an mehreren Turnieren (z.B. Elster, Weißenfels) startete in der Saison 2000/2001 erstmals ein Dresdner Mädchenteam in der Mitteldeutschen Jugendliga und der Mitteldeutschen Kinderliga. Die Mitgliederzahl der Abteilung stieg stetig nach oben, sodass Ende 2000 bereits 74 Mitglieder gezählt werden konnten.

vereinsgeschicht_02Neben der Teilnahme am internationalen Juniorenturnier, dem 1. Jugendpokal der Unihockey-Regional-Ligen Ost und Nord und der Lipsiade in Leipzig, wuchs auch die Zahl der Spielmannschaften rasant. Im September 2001 startete der Verein erstmalig mit 4 Mannschaften in den Wettspielbetrieb, darunter auch die Regionalliga Jugend-Süd-Ost (Großfeld) in ihrer ersten Saison. Mit dem erfolgreichen Saisonabschluss führten die Elbestädter die Tradition des Vereinsfestes in der Sommerpause ein, das mit den ersten Vereinsmeisterschaften einen würdevollen Saisonabschluss bildete.
Im Oktober 2010 startete dann erstmalig die sachsenweite Sichtung von Damen-Talenten. Aus den Dresdner Reihen wurden für die U17 vier Spielerinnen nominiert. (Franziska Kuhlmann, Stefanie Mai, Linda Morgenstern und Kathleen Schmelzer) Und auch bei den Herren machten weitere Dresdner Talente auf sich aufmerksam. Rene Braun wurde im Juli 2003 in die U15-Auswahl Sachsens berufen. Weiter steigende Mitgliederzahlen, die im Mai 2003 die 100er-Grenze überschritten, zeigen wie gut die ehrenamtliche Vereinsarbeit angenommen wurde. Somit stellte der Verein in der Saison 2003/2004 mit 6 Mannschaften im Ligaspielbetrieb, darunter die Regionalliga Damen und Regionalliga Großfeld Herren, das bisher größte Kontingent seiner noch jungen Vereinsgeschichte.

Auf eigenen Füßen – die Geburt der Igels

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Die rasante Entwicklung sowie die zahlreichen Erfolge sprachen bereits nach wenigen Jahren für die Dresdner. Trotz großartiger Unterstützung durch den DSSV war es an der Zeit, endlich auf eigenen Füßen zu stehen, um größere Projekte effektiv stemmen zu können. Am 05.03.2004 löste sich die Abteilung Unihockey im Dresdner Schulsportverein auf. Es erfolgte die Neugründung des 1. Dresdner Unihockeyvereins mit dem Namen: „Unihockey Igels Dresden“. In den Vorstand wurden Falk Freyboth (Vorstandsvorsitzender), Uwe Frenzel (Stellvertreter) und Andrea Mothes (Schatzmeisterin) gewählt. Der neue Verein startete mit 74 aktiven Mitgliedern. In der Saison 2005/2006 fand der erste umfangreich organisierte Unihockey-Spieltag in der damaligen Mehrzweckhalle Bodenbacher Str. in Dresden statt. Dabei verloren die Herren in der 2. Liga Ost vor 250 Zuschauern knapp mit 2:4 gegen den CFC Leipzig. In der folgenden Saison startete das Dresdner Damen-Team erstmalig in der 1. Bundesliga.
Doch auch die Jugendteams der Igels zeigten einen stetigen Aufwärtstrend. Eric Stein, Kapitän der Dresdner U19-Auswahl, vertrat Deutschland im November 2009 bei der U19 WM in Lettland. Nur 7 Monate später verpasste er mit den Igels denkbar knapp den Deutschen Meistertitel der U19, die im Finale am UHC Döbeln erst im Penaltyschießen scheiterten. Die gute Jugendarbeit führte auch bei den Herren zum raschen Aufschwung, sodass nur eine Saison nach den Damen diese ebenfalls auf nationaler Ebene (2. Bundesliga) dem Lochball hinterherjagten. Aufmerksam geworden durch die guten Leistungen, wurden die Dresdner Christopher Gruhne, Laura Günther und Kathleen Schmelzer in die deutschen U19-Nationalteams berufen. Günther und Schmelzer nahmen zudem an der U19-WM in Leipzig/Naunhof im November 2006 teil.

vereinsgeschichte_04Im April 2007 näherte sich die erneute Vorstandswahl der Igels. Das dreijährige Bestehen bot durchaus Anlass zum Feiern, hatten die Igels doch den Sprung in die höheren Spielklassen gut verkraftet. Sowohl die Damen als auch die Herren belegten in dieser Saison den 5. Tabellenrang. Folglich wurden Falk Freyboth (Vorsitzender) und Andrea Mothes (Schatzmeisterin) in ihrem Amt bestätigt und leiteten die Geschicke der Igels auch drei weitere Jahre in Zusammenarbeit mit Mischa Steinhardt (Stellvertretender Vorsitzender). Im November 2007 vertrat Christopher Gruhne Deutschland bei der U19-WM in der Schweiz. Mit 10 Toren und einem Assist war er einer der besten Spieler und scheiterte mit der Equipe im Finale nur knapp an Dänemark (6:7).
Die Saison 2007/2008 endete zumindest für die Erwachsenenteams mit einer Enttäuschung. Die Herren erreichten erneut nur Platz 5, die Damen rutschen sogar auf den 6. Platz ab. Strahlend hingegen präsentierte sich die Dresdner U17. Die Junioren um Erik Schuschwary, Philipp Schramm, Eric Damm und Felix Kittel bescheren dem Verein den einzigen Erfolg der Saison und holen vor heimischem Publikum den Deutschen Meistertitel auf dem Kleinfeld!
In der Saison 2008/2009 zeigten auch die Herren ihr wahres Potential. Die bisher erfolgreichste Saison endete mit dem 2. Platz in der 2. Bundesliga hinter den Red Devils Wernigerode. Christopher Gruhne gewann die Scorerliste der regulären Saison, sowie die der Zweitliga-Playoffs. Sein erst 15jähriger Sturmpartner Erik Schuschwary schaffte es in beiden Rankings ebenfalls in die Top 5. Auch das Damenteam, um den neuen Trainer Rico Haase, kehrt auf die Erfolgsspur zurück. Es erreichte gegen Leipzig den 3. Platz in den Play-Offs und sicherte somit Bronze für die Sachsenmetropole. In Anerkennung ihrer Leistungen nahmen Julia Pradel, Lisa Hansel und Linda Bochmann mit der U19-Damennationalmannschaft im Mai 2009 am internationalen Sparkassencup in Weißenfels teil.

Die Igels im Umbruch – auf zu neuen Ufern

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Im Juni 2009 verließ die Damenbundesligamannschaft den Verein um auf eigenen Füßen zu stehen (Abteilung des SSV Heidenau). Die Unihockey Igels wünschen allen Damen dabei viel Erfolg und danken für die Erfolge, welche sie dem Verein beschert haben!
So starteten die Igels nach diesem Mitgliederschwund mit nur 3 Teams in die Saison 2009/2010. Die Herren spielten nach den verlorenen Relegationsspielen erneut in der 2. Bundesliga-Ost, während die Nachwuchsteams der U15 und U13 in den Regionalligen auf Punktejagd gingen. Im Februar 2010 verpasst das Bundesligateam mit Platz 3 nur knapp den Vorjahreserfolg, die Jugendteams qualifizieren sich mit Platz 3 und 4 jedoch beide für die Playoffs. Das Vereinsfest, inzwischen eine feste Größe im Dresdner Unihockeykalender, lockte auch im Oktober 2010 viele Vereinsmitglieder an, die sich auf dem Feld beweisen wollten. Neben einem kleinen „Mini-Turnier“ der Schulteams und der traditionellen Vereinsmeisterschaft gab es auch wieder das prestigeträchtige Eltern-Kind-Duell.
Im September 2010 stand erneut die Wahl des Vereinsvorstandes an. Falk Freyboth und Mischa Steinhardt, die die Igels seit Beginn führten, gaben ihre Posten schweren Herzens auf. Beiden gebührt unglaublicher Dank für die hervorragende Arbeit, die allen Unihockeyspielern Dresdens zu Gute kam. In den Vorstand wurden gewählt: Torsten Voigt (Vorsitzender), Tino Janke (Stellvertretender Vorsitzender) und Andrea Mothes (Schatzmeisterin).

vereinsgeschichte_06Mit Beginn der neuen Spielsaison 2010/2011 zeigten sich in beinahe allen Teams große Veränderungen. Nachdem Christopher Gruhne die Herren rund 2 Jahre als Spielertrainer betreute, übernahm nach langer Suche Tomáš Syryčanský das Traineramt. Die U17 wurde vom ehemaligen Herrencoach Kay Schönherr übernommen, die U15 von Holger Eckstein. Die neugegründete U11, die erstmals im Ligaspielbetrieb startete, wurde von Robert Eckermann geführt. Mit Ende des Jahres 2010 war der Zuspruch so groß, das fast alle Trainingsgruppen restlos gefüllt waren. Die Mini-Igels, eine Gruppe für Kinder, die Floorball kennenlernen wollen, musste wegen des großen Andrangs im Saisonverlauf in 2 Teams aufgeteilt werden. Der Verein erreichte erstmals seit der Abspaltung der Damen wieder die 100-Mitglieder-Grenze. Ebenfalls erwähnenswert ist der mit großem Aufwand geplante Heimspieltag der Herren am 19.12.2010 in der Margon Arena. Die 300 anwesenden Zuschauer sahen einen 13:9-Heimspielerfolg. Erstmalig wurde das Spiel von Dresden Fernsehen aufgezeichnet und anschließend in voller Länge übertragen.
Erik Schuschwary ist inzwischen zum Kapitän der Deutschen U19-Nationalmannschaft gereift. Im Februar 2011 führte er sein Team beim Polish-Cup zu drei Siegen in fünf Spielen und erkämpfte Bronze. Im Mai 2011 wird er zudem die Auswahl bei der in Deutschland stattfindenden U19-WM anführen. Die Jugendteams beendeten die Saison 2010/2011 durchwachsen. Die U17 schloss das Jahr auf Tabellenplatz drei ab, die U15 erreichte in der Regionalliga Kleinfeld nur den achten Platz. Die U11 zeigte in ihrer ersten Saison starke Leistungen, konnte aber gegen die eingespielten Teams noch keinen Sieg einfahren. Die Herren hingegen haben ihre selbstgesteckten Ziele erfüllt. Als Erster der 2. Bundesliga-Ost mit nur einer Niederlage gingen sie als Favorit in die Play-Offs. In drei Finalspielen setzten sie sich gegen den ewigen Konkurrenten UHC Döbeln durch und holten damit am 10.04.2011 zum ersten mal den Titel des Zweitligameisters. Am 01.05.2011 folgte schließlich die entgültige Krönung einer grandiosen Saison. Die Herren setzten sich in 2 Relegationsspielen gegen den SC DHfk Leipzig durch und spielen damit in der Saison 2011/12 in der Königsklasse.

Königsklasse – Die Igels oben auf

vereinsgeschichte_07Die Spielzeit 2011/2012 stellte einen neuen Meilenstein in der Vereinsgeschichte dar. Nicht nur die erstmalige Teilnahme am höchsten Ligabetrieb, sondern auch die ständig steigenden Mitgliederzahlen – 115 zu Jahresbeginn – und die Etablierung neuer Teams zeigt, wie weit sich diese Sportart inzwischen verbreitet hat.
Die Herren setzten erneut auf Coach Tomáš Syryčanský und ihre tschechischen Legionäre, um den Verbleib in der ersten Liga zu sichern. Nach spektakulärem Start in die Liga, in der die Elbestädter zeitweise auf Rang 2 lagen, erfolgte eine ernüchternde Rückserie. Erst im Playdown-Vergleich gegen den direkten Konkurrenten sicherten sich die Dresdner durch zwei klare Siege den Klassenverbleib.
Besser lief es hingegen im Pokalwettbewerb. Dort besiegten die Herren ihren Pokalfluch und zogen durch 3 Siege bis ins Final4 in Hamburg ein. Im Halbfinale scheiterte das Team zwar am Meister und Pokalsieger aus Weißenfels, dennoch freuten sich die Igels über den größten Pokalerfolg der Vereinsgeschichte.
Auch die Nachwuchsteams zeigten sich diese Saison besonders stark. Die U15 um Coach Holger Eckstein erreichte durch Platz 2 die Playoffs und sicherte sich dort den fünften Platz. Die U11, das aktuell jüngste Team im Ligabetrieb, erreichte nach Platz 3 in der Ligaphase den siebten Rang der Playoffs. Und auch die neugegründete Herrenmannschaft in der Regionalliga schlug sich anständig, nach Platz 4 im regulären Betrieb scheiterten sie im Viertelfinale der Playoffs am SV Rotta. Die U17, die zum ersten Mal auf dem Großfeld antrat, schlug sich trotz schmalem Kader achtbar und beendete die Spielzeit auf Platz 5.
Auch International waren die Dresdner wieder vielseitig vertreten. Erik Schuschwary schaffte den Sprung zur A-Nationalmannschaft und erzielte bei der erfolgreichen WM-Qualifikation ein Tor und 6 Vorlagen. Nachwuchsspieler Markus Schäfer spielte sich derweil in den festen Kreis der U17-Nationalmannschaft und übernahm die Kapitänsbinde des Teams. Zudem wurde Georg Jahn im Mai 2012 erstmals von der IFF für die U19 Damen-WM als Schiedsrichterbeobachter aufgeboten, um seine Erfahrungen an die Unparteiischen weiterzugeben.